Folk Noir: Mäkkäle begeisterte am Sonntag, 27. 4. 2025 in der Kunstmühle
Mit seinen poetisch dunklen Songs – nicht ganz zu unrecht immer wieder als „Folk Noir“ gelabelt – ist der Finne Mäkkelä sicherlich einer der derzeit spannendsten Künstler der europäischen Songwriter-Szene. Schmerzhaft schönes Songmaterial, das die Folk-Tradition des Storytelling ins 21. Jahrhundert rettet, gepaart mit einer, so, selten zu sehenden Bühnenpräsenz und Intensität, haben den Performer zu einem der herausragenden Live-Acts des Genres gemacht.
Mäkkelä’s konsequent am Mainstream Vorbeischrammen, brachte ihm zwar über die Jahre einen Kulturpreis der Stadt Nürnberg, eine Nominierung für den Deutschen Folk Award, Aufträge für Theatermusik und eine loyale Anhängerschaft ein, für die breite Masse ist das aber nach wie vor einfach zu sperrig. Besserung eher nicht in Sicht. Emotionale Shows irgendwo zwischen Strummer, Cohen und Waits.
Seit dem Release seines aktuellen Albums„Škoda blue and the black legged Jesus“ im Oktober 2024 ist Mäkkelä auf Tournee, die ihn in den vergangenen vier Monaten durch Polen, Tschechien, die Slowakei, Schweiz, Frankreich, Spanien und Deutschland geführt hat. Ein Parforce-Ritt von einem, der besessen ist. Von der Kunst des Performens, von den Geschichten die auf den Seitenstrassen und in den Hinterzimmern der Welt darauf warten gepflückt zu werden. Vielleicht einer der letzten, reisenden Storyteller im Wortsinn.
„Mäkkelä spielt den Soundtrack für das Roadmovie des eigenen Lebens, bitter, verzerrt und doch auf seltsame Weise schön.“(Folker)“